ursprünglich
Mittwoch, 27. Juni 2007
Der erste Schritt
Der erste Schritt im Tango ist zu stehen. Fuß fassen und sich in seinem Gewicht spüren. Tango ist Gravitation - Erdanziehungskraft. Unter den vier Temperament-Typen (Sanguiniker, Choleriker, Melancholiker und Phlegmatiker) besteht ein Zusammenhang zwischen Melancholie und dem Element Erde (Feuer > cholerisch, Erde > melancholisch, Wasser > phlegmatisch, Luft > sanguinisch). Sich auf die Erde stellen, heißt sich in der Ruhe aufrichten. Den Schwerpunkt der Erde in unserem eigenen Schwerpunkt zu spüren. Uns dabei aufrichten, heißt sich wie die Blume der Sonne zuwenden. Aus dem sicheren und bewussten Stehen können wir uns jederzeit frei in jede Richtung bewegen.
Der melancholische Charakter
Der Melancholiker hat einen intellektuellen Charakter. Tango ist nicht intellektuell. Aber Tango ist melancholisch.
Der Intellekt, die Tätigkeit unseres Verstandes, ist immer abstrakt, wenn er sich mit sich selbst beschäftigt. Abstrakt sein heißt, herausgezogen sein oder abgezogen sein. Nicht ganz bei sich sein.
Der Intellekt ist melancholisch. Denn er weiß alles und ist nichts. Und das ist ihm bewußt. Im Tango geben wir dem kreativen Teil des Denkens eine Richtung und nutzen die formende Kraft, um unserer Seele im Medium der Musik Form zu verleihen. Das Denken, wie wir es kennen, ist die Fähigkeit, einem Inhalt Form zu geben, d.h. Gestalt zu verleihen. Wenn wir tanzen, dann tanzen wir auch immer nach außen. Wer tanzt, zeigt sich.
Die Befreiung des Intellekts im Tanzen ist seine Hingabe an das, was er nicht verstehen kann - das Leben.
Wenn wir tanzen, vergessen wir uns und wir erinnern uns. Wenn wir die Form nicht füllen können, tanzen wir nur die Schritte und vereinsamen in Schrittfolgen. Wenn wir uns beim Tango nicht von unserem Denken regieren lassen, sondern es verwenden um die musikalische Inspiration mit der Tanzsituation und dem Tanzpartner zusammen zu bringen, dann ist das die Hingabe des Denkens, indem wir es an die Musik und den Partner hingeben. Diese Hingabe ist die Befreiung des Intellekts aus seiner Einsamkeit.
Bewegung und Gegenbewegung
Jede Bewegung hat eine Gegenbewegung. Wenn wir uns aufrichten, drücken wir nach unten, wenn wir nach vorne gehen, greifen wir mit den Füßen nach hinten und stoßen uns ab. Bevor wir uns äußern, greifen wir nach innen.
Die Ausdehnung des Herzens
Die Haltung für unsere Aufrichtigkeit wächst aus dem Grund unseres Herzens. Die Haltung ist das ewig grüne Ästchen im Zentrum unseres Herzens und schwingt als heller Ton über dem warmen dunkelroten Grundton der Seele und verknüpft freudig Himmel und Erde. Im leisen Flattern der Flügel spüren wir die Freude der kindlichen Liebe, die allem zu Grunde liegt. Wenn wir hingegen fühlen, daß unser Herz bricht, dann spüren wir schmerzvoll das Ästchen, wir spüren den Knick im Lebensfluß, der Fluß wird gebrochen, und wir verlieren die innere Haltung.
Das ist der wirkliche Mut:
die Ausdehnung des Herzens.
Die Erfüllung ist das Geschenk der Hingabe des Herzens.
Wenn unser Herz geknickt ist, können wir ihm helfen,
indem wir uns aufrichten. Wenn wir geknickt sind, können wir mutig sein und uns ein Herz nehmen.
Das Herz ist der Ort, wo das Licht warm wird, weil es in ihm einen Gegenstand hat.
Jede Bewegung hat eine Gegenbewegung. Wenn wir uns aufrichten, drücken wir nach unten, wenn wir nach vorne gehen, greifen wir mit den Füßen nach hinten und stoßen uns ab. Bevor wir uns äußern, greifen wir nach innen.
Die Ausdehnung des Herzens
Die Haltung für unsere Aufrichtigkeit wächst aus dem Grund unseres Herzens. Die Haltung ist das ewig grüne Ästchen im Zentrum unseres Herzens und schwingt als heller Ton über dem warmen dunkelroten Grundton der Seele und verknüpft freudig Himmel und Erde. Im leisen Flattern der Flügel spüren wir die Freude der kindlichen Liebe, die allem zu Grunde liegt. Wenn wir hingegen fühlen, daß unser Herz bricht, dann spüren wir schmerzvoll das Ästchen, wir spüren den Knick im Lebensfluß, der Fluß wird gebrochen, und wir verlieren die innere Haltung.
Das ist der wirkliche Mut:
die Ausdehnung des Herzens.
Die Erfüllung ist das Geschenk der Hingabe des Herzens.
Wenn unser Herz geknickt ist, können wir ihm helfen,
indem wir uns aufrichten. Wenn wir geknickt sind, können wir mutig sein und uns ein Herz nehmen.
Das Herz ist der Ort, wo das Licht warm wird, weil es in ihm einen Gegenstand hat.
Der angenehme Widerstand
Eine angenehme Berührung ist immer mit Widerstand verbunden.
Eine angenehme Berührung ist immer mit Widerstand verbunden.
Im Tango gibt sich die Frau der Führung des Mannes hin, in dem Sie ihm einen angenehmen Widerstand entgegenbringt. Der Mann geht vorausschauend, umsichtig und schafft Raum, in dem sich die Frau entfaltet und wohl fühlt. Das Miteinander, das dabei entstehen kann, ist zärtlich und aufmerksam für den Schwerpunkt, das Zentrum des Anderen. Die Musik ist der Ort der Inspiration, in dem wir uns gemeinsam aufhalten. Den Tango spüren wir. Wir können ihn nicht wissen oder festhalten. Er ist im Moment. Tango ist: sich gemeinsam in der Musik spüren.
Diese Ausführungen sind nichts ohne das Tanzen.
David Lepold
Sa, 30. Juni 2007
Endlich habe ich die kleinen Notizzettelchen gefunden,
auf denen ich vor einigen Monaten etwas notiert hatte, das ich schon beim Schreiben dem TangoLoft widmete, weil es dort inspiriert wurde:
You Tango Me
I
Umarme mich Tango,
fasse mich ein,
ich will jeden Atemzug
eins mit Dir sein.
Ich will Dich berühren
und tief in Dir ruh'n.
Ich will in Dich eingeh'n
und Schönes Dir tun.
II
Du atmest mich aus,
- ich atme Dich ein -
da läßt Du mich fallen
und sprichst:
"Wach auf! Du bist in Begleitung!
Ich will Dich zu zwei'n! "
III
Wir öffnen die Segel
und setzen das Kreuz
und fahren durch Blumengewinde getrieben
in Wassern aus Klang und aus Stolz.
David Lepold
05.07.2007

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