Einen Tanzpartner zu finden ist nicht immer leicht.
Und eventuell kann es sich lohnen,
trotzdem schon mal anzufangen! ;-)Tango Tanzen in Buenos Aires
In Buenos Aires gibt es eine Unzahl von Milongas. In einigen Vierteln sogar mehrere in Fußentfernung, so daß man zu bestimmten Stoßzeiten (z.B Sonntag-auf Montag-Nacht nach 2-3 Uhr morgens) ganze Massen vom Loca ins LaViruta strömen sehen kann. Milonga-Hopping wird hier praktiziert. Und auch die morgens ins Büro müssen machen häufig noch mit. Bis die Sonne aufgeht und die Vögel zwitschern in Palermo, einem der schöneren, beinahe europäischen Charakter aufweisenden Viertel in Buenos Aires, wo ich derzeit lebe.
Nach der langen nacht von Montag auf Dienstag kann man sich am Montag im Canning einige Tango-Prominenz ansehen. Allerdings besser erst nach 24 Uhr, denn vorher kommmen die besseren Tänzer erst gar nicht. Gegen 3-4 Uhr ist allmählich etwas mehr Platz für rempelfreies Tanzen. Am Dienstag lohnt sich ein Besuch im Praktika-8, wer sich für junges Publikum mit Neigung für Nuevo-Stil interessiert. Alternativ bietet sich Porteno y Bailarin an, wo auf 2 Granit Tanzflächen sehr traditionell aufgefordert und getanzt wird. Hier kann man den Atem des alten Tango im Nacken spüren. Es wird einfach und eng getanzt. Am Mittwoch beginnt der Abend evtl. im Praktika-10, wieder junger Tango in einer discoähnlichen Athmosphäre, aber auf durchaus gemischt-hohem Niveau. Dann später auf dem für argentinische Verhältnisse aussergewöhnlich guten Holztanzboden im El Beso, wo (wie auch im Porteno y Bailarin am Dienstag) sehr traditionell gesetzt, gesessen, geschaut, aufgefordert und und getanzt wird. Auch hier kommen viele bessere Tänzer erst nach 2 Uhr nachts. Wenn man aber bis dahin einen Sitzplatz haben möchte, sollte man schon seit halb elf Uhr warten ;-), denn es kann sehr voll werden. Scheut man die sehr guten Tänzer und sucht eher auch mal ein Sofa in einer legereren Umgebung als in diesen zwei Milongas bietet sich zum Beispiel das Konnex an. Ein zum Kulturort umgebautes Industriegebäude mit einem gewissen Charme. Hier kann man auch mal den ein oder anderen elektronischen Tango hören, nach denen man sonst in Buenos Aires lange suchen muss. Gleichzeitig lockt am Mittwoch in San Telmo der Buenos Ayres Club mit dem jungen live-Orchester el Afronte in wirklich entspannt sympathischer Umgebung. Am Donnerstag ruft das Nino Bien, ein Dorado des traditionellen Tango. Am Freitag gibt es entspannten Open-Air Tango im Glorieta.
Danach raus fahren ins Baldosa, eine sehr sympathische, traditionelle Milonga mit Granitplateauboden, sehr hart, sehr schön.
Am Samstag gibt es den Insider Tipp Glorias Argentinas. Die weite Fahrt lohnt sich. Die Leute sind vor allem 'Einheimische' und essen an großen Tischen leckere Sachen.
Dies ist nur eine Beispielwoche, die auch ganz anders aussehen könnte, ohne daß darin auch nur eine der oben genannten Milongas erwähnt würden.
- Vergessen würde man auf diese Weise: Gricel, el Tacuari, die legendäre und besichtungswerte Confiteria Ideal, ein Jugendstilgebäude mit 2 herrlichen großhalligen Stockwerken, natürlich das Sunderland, die Hochburg des Estilo Villa Urquiza (Tango Salon), und VIELE mehr...
Abgesehen von den Unterrichten und Practicas,
die häufig auch vor den Milongas angeboten werden,
gibt es auch die Möglichkeit Einzelunterricht zu nehmen. In allen Fällen sind Spanischkenntnisse zu empfehlen.
Spanisch-Unterricht gibt es wie Sand am Meer.
Eintrittsgelder
Im Internet kann man finden, daß noch etwa im Jahr 2007 der Eintritt für eine Milonga bei 5 Pesos, das sind derzeit 1 Eur gelegen haben muss. Mittlweile (2010) liegen die Eintritte selten unter 20 Pesos, das sind derzeit etwa 4,50 Eur. Also europäische Verhältnisse. Allerdings:
Es finden auf beinahe allen Milongas täglich(!) Shows statt. Hier kann man in einer Woche so viele Shows sehen wie an anderen Orten sonst im ganzen Jahr. Da kann man auch mal 20 Pesos hinlegen (wenn das Taxi unter Umständen schon 25 kostet ;-)
So, und jetzt mal noch viel Spaß beim Tanzen! :-)